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                                           FÜK           Führungskompanie

 

 

            

    P18  mit PAROL Kennungsabfrage

               PRW-13 in Trollenhagen 

       Höhenmesser PRW-13

      

         Sichtgerät innerhalb der P12

      Bilder:

 

RADAR Grundlagen
Dipl. Ing (FH) Christian Wolf  

Bw Museum Dresden

Mit freundlicher Genehmigung Chr. Wolff

 

                      P12  Antenne

1RL114 " Dessert "
150-170 MHz
Impulsleistung : 250 kW
Dauerstrichleistung : 540 W
Impulswiederholfrequenz : 360 Hz
Impulsdauer : 6 µs
Drehzahl Antenne : max. 10 U/min.

max. Reichweite (lt. SG) : 360 km
Entfernungsauflösung : 900 m
Reichweite : in der Höhe : 26.000 m

       P18  mit ZÄF  Kennungsabfrage

             

                       P18

 

 

Beschreibung gesucht :

WOSDUCH  , wie funktioniert die Datenerfassung für die AFS Systeme der LV und Brigade

Datenübertragung zur Brigade

Gefechtsdienst  bei FUTT

 

 

   

       AZM Deckung

 Dahinter Deckung für Kabinen  UNK, AFS  FRA 4335 Dranske  ( "NEVA" )   2005 Klaus Peter Bittner 

         http://www.bunker-ladeburg.de/

 

 

 AZM    Aufklärungs- und Zielzuweisungsmittel

Im Gefechtsstand der Fla Raketenabteilung  wurde ununterbrochen die Luftlage dargestellt. Dazu wurden die Informationen der Funktechnischen Truppen ( FUTT ) der Luftverteidigung ausgewertet. Diese hatten die RADAR Systeme P12 , P18 , Kabina 66 und Höhenmesser im Bestand. Diese Funktechnischen Posten waren für die Luftlage-Erstellung zuständig. Die Verarbeitung , Aufarbeitung und Zusammenfassung der LL erfolgte in den Gefechtsstände der LV der beiden LV Divisionen. Die FUTT Truppen führten keine Jagdflugzeuge und führten nicht die Fla Raketentruppen. Die Luftlage wurde für das Gebiet der DDR und weit voraus in die Bundesrepublik erfasst. Technische Probleme gab es ( immer ) mit der Untergrenze im Höhenbereich für 50 m und tiefer. Die Luftlage wurde analog erfasst , grafisch umgesetzt und danach mit Verzögerung ( 1- 2 min ) über Funk verbreitet.

Die Fla Raketenabteilung erfasste die Luftlage  über Funk und stellte diese wieder grafisch dar. Der Schiessende in der Abteilung hatte nun einen Überblick über die Lage in seinem Raum.

Mit den eigenen RADAR Mitteln ( P18 , P12 und Höhenfinder PRW ) wurde  selbst Luftraumaufklärung betrieben werden. Im DHS ( Diensthabendes System ) wurde diese eigene Luftlage an den Gefechtsstand der Brigade via Kabel und Richtfunk über Sprache weitergegeben und dort ( sowie in der eigenen FRA ) grafisch dargestellt .

Die FUTT stellten die Luftlage auch digital aufgearbeitet dar. Mit einem Griffel wurde die Ziele auf dem Rundsichtgerät / Bildschirm erfasst. Ein Rechner  erstellet den Flugweg und Prognose für den Kurs. Diese digitalen Angaben wurden im automatischen Führungssystem  AFS der Brigade erfasst und verarbeitet. Mit dem AFS konnten aus dem Gefechtstand der Brigade Zielzuweisungen an die einzelnen Fla Raketensysteme gegeben werden. Die Antenne des Fla Raketenkomplexes S 75 drehte sich auf Seiten , Höhenwinkel und Entfernung auf das Ziel .

Mit den eigenen RADAR Mitteln der Feuerabteilung konnte nach mündlicher Zuweisung durch die Brigade das Ziel durch den Schiessenden beurteilt werden . Danach konnte der Schiessende das Ziel dem Leitoffizier zur Zielsuche zuweisen.

            

   Mit den Rundblickstationen P12 / P18   werden Kurs und taktische Lage vom Schiessenden beurteilt

 

Die Rundblickstationen und Höhenmesser wurden durch die Führungskompanie ( FÜK ) bedient. Zusätzlich war die FÜK für die fernmeldetechnische Kommunikation zur Brigade , Funk , Richtfunk bis hin zu  Telefonen   und Fernschreibdienst zuständig .

Im normalen Dienst und im DHS wurde die Luftlage aus der Rundblickstation am Sichtgerät gelesen.

Das abgesetzte Sichtgerät befand sich in der Kabine UW der Raketenleitstation . Der Schiessende am Tochtersichtgerät konnte sich die einzelnen Bilder der Rundblickstationen auf sein Tochtersichtgerät zuschalten . Die Rundblickstation konnte vom Schiessenden fern gesteuert werden .

Die Führungskompanie stellt die Luftlage dar. Die FÜK gewährleistet , Funkverkehr , Richtfunkverkehr und  Fernschreibdienst. Außerdem wird die Luftlage durch die FÜK und deren Planzeichner grafisch aufgearbeitet. Zielzuweisungen , Feuerbefehle , taktische Feuerbefehle und Befehle zum Auffassen von Luftzielen kommen aus dem taktischen Gefechtsstand der Brigade .Die Arbeit der FÜK hat nichts mit Führungsdienst zu tun.

                       

 

P18 als Luftlagedarstellung . Höhenfinder für die Höhe. Mit dem Höhenfinder werden Ziele im Seitenwinkel gesucht und gefunden. Mit dem Höhenfinder wird auch ( ! )   Zielsuche durchgeführt.

 

Zielzuweisungen vom Schiessenden an den Leitoffizier zur Zielsuche erfolgte über Sprache.   Es ist             ( technisch ) nicht möglich vom Tochtersichtgerät der P18/12 / direkt auf die Ansteuerung der Raketenleitstation ( Kabine PW ) zuzugreifen.

In den Anfängen der FLA- Raketenabteilung (ab etwa 1962 ) hatte die Abteilung keine eigenen Aufklärungsmittel.

Eine Zielzuweisung erfolgte via Sprache  mit Flugmeldenetzkoordinaten ( Flugmeldenetz61 ) , die ein Planzeichner an der Luftlagekarte grafisch darstellte.

                

Tochtersichtgerät für den Schiessenden der RLS  in der UW. Das Tochtersichtgerät ist gekoppelt mit den RADAR Mitteln der Abteilung. Für den S 75 waren das ( meist ) : P18 und P12 . Zusätzlich lassen sich die Rundblickstationen fern bedienen : Sender an/aus und  Ein und Ausschalten .

Ab  Anfang der 70er Jahre erhielt die FLA- Raketenabteilung ein eigenes Rundblickradar, die P-12            („Spoon Rest A”).

Ab  1980 wurde diese Radarstation durch einen Radarkomplex bestehend aus einer P-18 („Spoon Rest D”) gekoppelt mit einem Funkhöhenmesser PRW-13 ersetzt bzw. ergänzt .

Beide Radarstationen hatten abgesetzte Sichtgeräte („Tochtersichtgeräte”) in der Kabine UW.

Diese beiden Sichtgeräte standen übereinander und bildeten den Arbeitsplatz des „Schießenden”, also des Abteilungskommandeurs oder ein seiner laut Befehl Nr. 90 zugelassenen Stellvertreter.

Beide Stationsleiter hatten den Dienstgrad Leutnant bis Hauptmann. Ihnen unterstanden jeweils eine Funkortergruppe (mit einem Unteroffizier als Gruppenführer) und zwei Aggregatewarte, die als Kraftfahrer in Zweitfunktion eingesetzt wurden.  Der Funkortergruppenführer des PRW-13 war ebenfalls als Kraftfahrer ausgebildet.

 

    P12   Fahrzeug und Kabine

                  Foto : Stefan Büttner für Peters ada

                                                                                                          

                            Kompaniechef der Führungskompanie 

Dienststellung : Major

Ihm unterstanden 3 Offiziere, ein Hauptfeldwebel mit dem Dienstgrad bis Stabsfähnrich, etwa 8 Unteroffiziere und etwa 25 wehrpflichtige Soldaten im Mannschaftsdienstgrad als Funkorter, Aggregatewarte, Kraftfahrer, Nachrichtensoldaten ( Fernmelder ) und Planzeichner. Dazu kamen noch die zivilen Angestellten                         ( Vermittlungspersonal )  des Nachrichtenzuges.

Die Führungskompanie wurde im Jahr  1985 eingeführt und übernahm Technik und Personal, welches vorher überwiegend dem Stabschef unterstellt war. Da gleichzeitig auch die ehemalige Technische Kompanie ( TK ) zu einem 3. Zug der Startbatterie umgewandelt wurde, wurde der ehemalige Kompaniechef der TK als „Unterbringungsfall” oft zum Kompaniechef der Führungskompanie gemacht.

Das war in diesem Falle  ein schweres Los, da er   nun plötzlich  die Hochfrequenztechnik beherrschen sollte. Fehlendes Fachwissen wurde schon immer  durch  militärische Haltung ersetzt . Taugenichtse haben diesen Job nicht lange überlebt. Schwätzen half hier auf den Gebiet HF Und RADAR-Technik  nicht ...

 

                                                                                                           

         Planzeichnergruppe  *

Die Planzeichner der FLA- Raketenabteilung rekrutierten sich aus wehrpflichtigen Soldaten.
Der Gruppenführer war ein Unteroffizier mit einer verpflichteten Dienstzeit von drei Jahren, von denen er ein halbes Jahr zur fachlichen Ausbildung an der Unteroffiziersschule verbrachte.

In den allerersten Anfängen wurde noch ein Planschet auf einem Tisch genutzt, auf dem der Planzeichner sich zwischen dem Stabschef und dem Operativen Offizier durchdrängelnd mit Fettstiften auf einer Piacrylplatte, die auf einer normalen Generalsstabskarte lag, den gemeldeten Standort von Flugzeugen zeichnete. Nach dieser Zeit wurde oft noch obwohl unkorrekt der Name „Planschet” für die Luftlagekarte genutzt.

Die Luftlagekarte war eine senkrecht montierte durchsichtige Piacryl- Karte, auf die ein Koordinatennetz, das Flugmeldenetz 64, Staatsgrenzen, Vernichtungs- und Startzone aufgetragen war. Sie besaß einen Rahmen mit eingebauten Leuchtstoffröhren, dass die aufgetragenen Informationen aufleuchteten.
Der Planzeichner stand vor einem dunklen Hintergrund hinter dieser Karte und musste die über einen Kopfhörer gemeldeten Standorte der Ziele mit einem weißen oder gelben Fettstift in Spiegelschrift auftragen. Gute Planzeichner schafften dabei ein Tempo von bis zu 12 Zielen pro Minute. Vor dieser
Karte saßen der Stabschef oder einer der Gefechtsstandsoffiziere, lasen die Zielstandorte in Polarkoordinaten ab und riefen sie dem Schießenden zu.
         

 

 

  Ziel 2511    Index 31  16 :00 Uhr  Höhe 18 Hektometer  (1,8 Km )

 

                                                               Luftlagekarte

 

Die über Kopfhörer übermittelten Informationen hatten einen bestimmten Rhythmus von einstelligen und
zweistelligen Ziffernfolgen (Beispielansage: „Vier null zwo, siebenundvierzig sieben drei neun acht, null fünfzig, einundzwanzig, vierzig”), so dass durch den Planzeichner jeder Zahl die Bedeutung zugeordnet  werden konnte. Das Muster der Standortcodierung (47 7 3 9 8) kennzeichnete einen Standort im  Flugmeldenetz, zwei dreistellige Zahlen würden einen Standort in Polarkoordinaten definieren.

Der übermittelte Standort wurde durch einen Punkt gekennzeichnet und mit einem kurzen Strich die Zuordnung zu den vorherigen Werten markiert. Die Höhenangabe (050) wurde unter dem Strich des Zieles, darüber die Uhrzeit (12:36) der Zielanmeldung gezeichnet. Der Index im Beispiel 21 (Einzelziel mit Kennung) und 92 (zwei Ziele ohne Kennung) stand über der Zielnummer (402). Der Wertevorrat der Zielnummern in der
Abteilung lag bei 01...99, die Vier davor kennzeichnete die vierte Abteilung.
Die Kodierung der Luftlagekarte (die grünen Zahlen im Bild) wurden in regelmäßigen Abständen geändert.

01 - Störträger

21 - Eigener
31 - Kontrollziel
41 - Ballon
51 - Luftraumverletzer
61 - Verletzt  die Flugordnung
71 - Übungsziel
81 - Luftgegner
91 - Ziel ohne Kennung

                                                                                                           

 

                     AFS Automatisches Führungssystem der Luftverteidigung

 

                  FÜK   -  AFS

            

                       Rechnerkabine  5F24  ( NEVA 5F20 )

 

                

AFS Pult am Platz beim  Schiessenden der FRA      ( wir nannten es das        " RADIO "   )  im Charme der 70er Jahre .

Das Pult befand sich auf einem Tisch in der Nähe des Schiessenden. Es wurden mit Schaltern und Knöpfen eingestellt ( und damit rück gemeldet ):

"Anzahl von Fla Raketen auf Rampe" , "Feuer eröffnet auf Ziel" ," autm. Zielzuweisung empfangen " . Die gleichen Meldungen erfolgten bei Arbeit ohne AFS über den Richtungsoffizier mündlich via Telefon. Diese Meldungen wurden im Gefechtstand der Brigade wieder visualisiert und am  Planschet angezeichnet .

Es wurden an dem Pult Zielzuweisungen angezeigt, sowie Zielangaben . Die Anzeige erfolgte mit Leuchtröhren ( Zahlen wurden als leuchtende Draht in der Röhre angezeigt. ) Zusätzlich erfolgte über das Pult der taktische Sprechverkehr der  Brigade ( Schiessender ) mit dem Schiessenden der Fla Raketenabteilung.           

   

Die Gefechtsarbeit und DHS wurden automatisiert ( halbautomatisch oder vollautomatische Zielzuweisung durch die Rechenmaschine ) , via Sprache , Sektor, Höhenband oder Zeitfenster durchgeführt. Lokale  und selbständige Abarbeitung der Luftlage mit Zielvernichtung war möglich. Das AFS     war in den 60er und 70er Jahren für den gemeinsamen Einsatz von Fla Raketentruppen und Jagdfliegern der Luftverteidigung konzipiert worden . Diese Arbeitsplätze waren im Gefechtsstand der Brigade  vorhanden.

Sehr wohl war aber das Zusammenwirken in der Vorschrift geregelt : 10 Km Sicherheitsabstand zu den Eigenen  beim Schiessen mit Fla Raketen , Handeln nach Höhenschichten , Sektoren und zeitlicher Beschränkung.        " Kowjör " war theoretisch bekannt . ( Alles was fliegt -- sofort landen , danach hat die LV freie Hand und kann die Lage besser beurteilen  )

FRBr waren mit dem AFS Senesch 1MÄ  ausgerüstet und in den Führungsräumen waren Jägerleiststellen untergebracht, die ihre Aufgaben ebenfalls automatisiert erfüllen konnten. In den FRA wurden nur auf besonderen Befehl Jägerleiststellen eingerichtet. Regulär gab es keine.
 

"Senesch" kann 17 FRA gleichzeitig führen :  S75 , S125 ,   S 200  und    S300   mit insgesamt    24 Zielen  gleichzeitig . 50 Ziele können gleichzeitig in einem LV Verbund mit den Fla Raketentruppen  für MIG 21 ,  MIG 23    und MIG 25 Abfangjäger führen .

 

      Notwendigkeit und Einführung AFS in der NVA

 

Der Waffeneinsatz der Fla Raketentruppen und Jagdflieger ( Befehle zur Zielsuche , Beurteilung und Zielvernichtung ) wurde nicht durch die FuTT geleitet, sondern durch vorgesetzte Gefechtsstände unter Nutzung der von den FuTT bereitgestellten Radardaten . Für die deutschen Truppen ( NVA ) waren Regelungen für den Einsatz im DHS ( diensthabenden System der Luftverteidigung )  im  "Befehl  90" festgelegt .

Im Frieden hat kein Deutscher ( Kdr. einer Fla Raketenbrigade oder ein diensthabender General einer Luftverteidigungsdivision die ( wirkliche ) Befugnis  den  Vernichtungsbefehl an eine Fla   Brigade  und von dort zur Feuerabteilung zu geben . Deutschland war nicht souverän , die LV wurde in Deutschland durch die russischen Truppen der GSSD organisiert und geleitet.

Im praktischen Dienst innerhalb der Brigade und in den Feuereinheiten wirkte sich die Führung durch die russ. Streitkräfte nicht aus.

Aus der Sicht der Feuerabteilung im DHS war die FRA für ein Stück Himmel verantwortlich .

Im Frieden flogen zuerst Jagdfliegerkräfte gegen den Luftgegner.

Im Verteidigungsfall mit Massenanflug von Marschflugkörpern und Flugzeugen hätte die Fla Raketentruppe ( auch überraschend für sich selbst ) Abwehrschläge aus sehr kurzer Vorbereitungszeit geführt . Inwieweit und vor allem zu welchem Zeitpunkt die Feuererlaubnis  durch die russischen Streitkräfte nach unten zu den deutschen Fla Raketentruppen delegiert wären ist nicht bekannt . Bis auf wenige Ausnahmen wurde in der Vergangenheit immer die fliegende LV eingesetzt . ( Ausnahmen : Powers Abschuss über Russland  am 1. Mai 1960 und 1957 Abschuss eines Aufklärers über China  durch das S 75 Luftabwehrsystem ...)

Bis zur Einführung automatisierter Führungssysteme wurden Zielzuweisungen und Aufgaben durch den Schiessenden der Brigade mündlich ( taktisches Telefon in der Raketenleitstation ) zur Feuerabteilung gegeben.

Dort wurde das das Ziel mit den eigenen ( lokalen ) RADAR Mitteln beurteilt und dann durch den Schiessenden der FRA an den Leitoffizier zur Zielsuche mit der Raketenleitstation mündlich übergeben.

Die Führung war restriktiv und einseitig von oben nach unten . Diese Art der Führung am " festen Band " von oben nach unten war zeitintensiv und beachtete nicht die lokalen Bedingungen und Möglichkeiten vor Ort.

Diese Art des Führens wurde von den russ. Streitkräften übernommen .

Bei der Führung der Jagdfliegerkräfte der LV war eigenständige Arbeit des Piloten ( typisch für Piloten der westlichen Welt - "die Angreifer" aus der Sicht der LV ) unmöglich .

Typischerweise war der taktische Führer der Brigade nach kurzer Zeit an seinem Rundsichtgerät überfordert. Zuweisungen wurden doppelt und mehrfach an verschiedenen FRA gegeben, es kam zu großen Zeitverzögerungen mit der Konsequenz des Überfluges der FRA .

Aus der Sicht des Stabes und seiner Kontrolloffiziere bei Überprüfungen der Feuerabteilungen war der Schiessende der Abteilung schuld... er hätte auf seine erkannten und dem Schiessenden vorgeschlagene Ziele drängen sollen. Dieser konnte sich die große Anzahl der Ziele gar nicht merken , erfassen und zuweisen.

Die lokale Luftlage der Brigade unterschied sich bei den räumlichen Ausmaßen der Brigade und Abständen von bis zu 50 Km untereinander  wesentlich von der einer FRA vor Ort .

Die Luftlage wurde in der FRA und in de Brigade grafisch auf durchsichtigen Anzeigen dargestellt. ( mit Fettstift in Spiegelschrift für den Zeichner ) .Im Gefechtstand der FRA konnte die Tafel 2 x 3 m groß sein. Bei Gefechtsarbeit in der Raketenleitstation war eine Tafel innerhalb der Kabine angebracht. Die Anzeige wurde im Gang befestigt, 2 Planzeichner zeichneten die Luftlage. Der Schiessende am Tochtersichtgerät hatte die großräumige Luftlage sowie die eigene am Tochtersichtgerät der P12/P18/P15 Rundblickstation .

Es war dringend Zeit , sich dem modernen Luftabwehrgefecht zu stellen. Hoch und schnell fliegende Ziele mussten den richtigen Feuerabteilungen zur richtigen Zeit zugewiesen werden. So betrug das Zeitfenster zur Feuereröffnung auf ein Luftziel vom Typ SR 71 / U2 8 - 15 sec.

Massenanflug von Marschflugkörpern ( 30 - 50 gegen Objekte innerhalb  einer LV Brigade konnten mit Anfragen , gegenfragen und mündlichen Zuweisungen nicht abgewehrt werden.

Es wurde dringend Zeit , den  " taktisch - technischen "  Führungsprozess zu automatisieren. Eine Maschine sollte dem taktischen Führer mögliche Entscheidungsvorschläge erstellen. Die taktische Entscheidung des Führers sollte maschinell an die Feuerabteilungen weitergegeben werden. Selbstverständlich musste es eine Option der vollautomatischen Arbeit geben.

Die Vorschläge zur Entzerrung , der Delegierung von Aufgaben nach unten und die Umorganisation der bodengebunden LV durch Fla Raketentruppen nach Sektoren und eigenverantwortlichen Bereichen wurde nach  der Auflösung der NVA und Fla Raketentruppen nicht mehr verfolgt .

In den 80er Jahren wurden das AFS für die Fla Raketentruppen eingeführt .

 

Automatisches Führungssystem für die Fla- Raketenabteilung

Bestand :Richtfunkkabine 5Ja63 , Mast mit 3 Spiegeln . Die Hohlleiter sind in Betongräben verlegt und abgedeckt.  .Verantwortlichkeit und ständiger Dienstbetrieb  durch die Führungskompanie in der B Stellung .


                  
  wpeB.jpg (84682 Byte) 

28 Kanäle ,  Zeitmultiplex.  PPM   Puls Phasen Modulation , 24 Nutzkanäle .

 

Das automatische Führungssystem AFS ist ein Netzwerk von Radarsystemen im weiten Vorfeld der Luftverteidigung. Rechnergestützt erfolgt die Zielzuweisung an einzelne Feuerabteilungen. Das System dreht einzelne Antennen des Feuerleitradar auf den Seiten und Höhenwinkel und stellt die Entfernungsmarke auf die richtige Stelle am Sichtgerät. Nach Zuschalten des RADAR ist das Ziel in der Regel sofort ohne Zielsuche da und kann bekämpft werden.

Die Koordinaten der Antenne PW ( beim System S 200 Kabine K1 , bzw. Beim S125 NEVA die Antenne UNW ) sind auf 10 cm genau einzunehmen. Nach jeder Verlegung muss die  eingemessene Markierung wieder eingenommen werden . Danach wird im teleoptischen Kanal das Kontrollziel   ( Kirchturm , etc ) abgedeckt und an den Drehmeldern werden die Werte eingestellt. Erst jetzt ist die RLS Raketenleitstation wieder für die automatische Zielzuweisung vorbereitet.

Die Rechnerkabine in der Brigade kennt alle Koordinaten der Raketenleitstationen ( im cm Bereich ) . Die Ziele werden durch die Funktechnischen Truppen erfasst , bearbeitet und digital an die Brigade gesendet . Unter Berücksichtigung der Koordinaten der Luftziele ( 3 D ) werden diese aus der Sicht der Fla Raketenabteilung umgerechnet und Steuerkommandos an die Leitantennen gesendet. Die Steuerkommandos sind Kodeworte von wenigen Bit. Diese Informationen werden über Kabel        ( angemietete Standleitungen der deutschen Post )  oder Richtfunk ( 5Ja63 System der Fla Raketenabteilung ) gesendet.

Das AFS arbeitet lokal. Das ist zum Verständnis wesentlich . Die für die Brigade / Division arbeitenden Bataillone  mit ihren RADAR Posten geben ihre Luftlage Informationen zur Brigade. ( zur Division ) Während  die Division Zieldaten mit anderen Gefechtständen austauscht ( es werden keine Zielzueisungen ausgetauscht  ) erstellt die Brigade lokal für ihre Fla Raketenabteilungen Zielzuweisungen .  Jede Brigade hat ihr eigenes AFS. Das AFS der Berliner Gruppierung ( 41. FRB ) konnte ( technisch ) zusätzlich auch Jagdfliegerkräfte der LV zu den Zielen führen. In der Praxis erfolgte keine Zusammenarbeit der JFK und der FRT ( Autor. Jedenfalls nicht in den Jahren 1985 - 1990 )

Zum Algorithmus der Berechnung der Bedrohung ist nichts bekannt. Wesentlich    für das Verständnis der Arbeit des AFS ist folgender Sachverhalt :

Die Fla Raketenabteilungen der LV ( alle Ostblockstaaten) kennen den Begriff der lokalen und Orts- Verteidigung nicht. ( Objektschutz ) Gehandelt wurde auf Ziele , die die technischen ( ! ) Voraussetzungen zur Vernichtung erfüllten ( fliegt in die Vernichtungszone ein ) Die Fla Raketenabteilungen wurden taktisch günstig vor die Schutzobjekte gestellt. Das AFS betrachtet beim Anflug von Zielen  : Welche Fla Raketenabteilung liegt günstig zum Ziel und kann mit seinen Parametern ( Richtung , Kurs , Höhe , Anzahl von vorhandenen Fla Raketen , Typ der Fla Raketenabteilung etc ) das Ziel optimal vernichten. Die Bedrohungslage wird berechnet, welches Ziel muss als erstes ( Kernwaffenträger, Hoch und schnell fliegend , jammer etc . Geschwindigkeit ... ) die darunter liegenden Schutzobjekte werden nicht beachtet .

Die Startzonen der Systeme ( S125 NEVA , S 75 Wolchow und S 200 WEGA , S 300 ) wurden am Arbeitsplatz der Brigade ( System Senesch ) angezeigt . Zusätzlich zu den Sichtgerätearbeitsplätzen wurde die Luftlage          ( altmodisch ) am Planschet mit Fettstift angezeichnet .

 

Nach einem akustischen Signal in der RLS ( Raketenleitstation ) und dem Kommando durch den Schiessenden der RLS schaltet der Leitoffizier den Schalter " autm. Zuweisung " ) . Jetzt greift die Zuweisung parallel auf die Drehmelder ( an den Handrädern des Leitoffiziers) zu und dreht die Antenne .Nach Zuschalten von " Hochspannung  "  und " Antenne " ist das Ziel sichtbar. Nach Abschalten der Zuweisung wird das Ziel fein abgedeckt und an die 3 Funkorter übergeben .

           

                Bedienung des AFS beim Leitoffizier

Rechst der Schalter . Mit den beiden schwarzen Reglern lässt sich bei autm. Zuweisung das Ziel fein Abdecken. Kompensation des Fehlers . Hier Fla System S 125 NEVA .

 

       Betriebsarten für die Raketenleitstation

         manuelle Zuweisung an die FRA  

Ohne Beachtung der Empfehlung durch das System weist der Schiessende einer FRA ein Ziel über AFS zu. Die Raketenleitstation dreht im Seiten und Höhenwinkel auf das Ziel . Nach Zuschalten der Hochspannung am Sender ist das Ziel auf dem Leitsichtgerät des Leitoffiziers zu sehen. Nach Feinabdeckung wird das Ziel an die 3 Funkorter übergeben.

Vorteil : keine Zielsuche notwendig , Ziel erscheint sofort auf den Bildschirmen. Hoch und schnell fliegende Ziele werden leichter als mit Suche von Hand aufgefasst .

Sofortige Feuereröffnung möglich .

Keine Abstrahlung notwendig. Mit dieser Betriebsart kann das Ziel im teleoptischen Kanal gefunden werden .

Diese Art der Zuweisung war die typische von der Brigade zur Fla Raketenabteilung. Mangels Zielaufkommen war das AFS heuer eher unterlastet . Die optimale Zuweisung konnte bei einer Anzahl von bis zu  5 - 8 Zielen genauso optimal wie die Maschine durch den Schiessenden abgearbeitet werden . Die Funkorter der FUTT Truppen arbeiteten sauber , gründlich und genau . Gefordert wurde als mündliche Rückmeldung an die Brigade, wie genau die Zuweisungen an der RLS ankamen. Ob es " Anschisse " an die FUTT gab , ist nicht bekannt.

 

         optimale  Empfehlung der Zielzuweisung durch die Rechenmaschine

Bei Massenanflug gegen eine Fla Gruppierung mit deren Schutzobjekten  erfolgte durch das AFS die Empfehlung der Maschine an den Schiessenden. Dieser wies nun den einzelnen Einheiten Ziele zu.

           - automatische Zielzuweisung an die Fla Raketenabteilungen

Das AFS arbeitet die Luftlage beim Angriff gegen die Gruppierung vollautomatisch ab . Ziele werden den einzelnen FRA zugewiesen. Beim Massenanflug  wird hier das technische Maximum für Zielzuweisungen und Feuereröffnungen erreicht. Die einzelnen Eigenschaften unterschiedlicher Fla Raketenkomplexe werden beachtet und ausgenutzt .

        "Durchreichen " einzelner Ziele an andere FRA

Zugewiesene und aufgefasste Ziele werden durch die Raketenleitstation begleitet . Die Angaben der Entfernung und Winkelangaben durch die Drehmelder der Antenne werden durch die FRA an den Rechner der Brigade gegeben . Das Ziel kann nun durch den Schiessenden der Brigade an eine andere Fla Raketenabteilung durchgereicht werden . Der Rechner berechnet die neuen Angaben der anderen Feuerabteilung und richtet deren Antenne auf das Ziel . Überraschende Feuereröffnung mit sehr kurzer Zeit für Abstrahlung und Zielsuche ist damit möglich Das Ziel lässt sich auch mit dem teleoptischen Kanal finden.

 

In der Brigade war das AFS in 3 Kabinen untergebracht. Die Fernmelde- und Datenanbindung erfolgte über Richtfunk und Ringsystem zu den einzelnen Feuerabteilungen.

In der Brigade wurden die Daten der FuTT Truppen ( RADAR ) empfangen und am Arbeitsplatz des Schiessenden am Sichtgerät dargestellt. Diese Funktechnischen Bataillone waren der ( den ) Brigade fest zugeordnet . Typische RADAR Systeme waren Kabina 66 , PRW 17 , P18 .

Die Vernichtungszonen der einzelnen FRA waren  ebenfalls auf dem Sichtgerät des Schiessenden dargestellt .

Das AFS empfing Daten der Fla Raketenabteilungen ,  Anzahl von Fla Raketen und Abarbeitung der Zielzuweisung etc.

Einsatzbereitschaft  der einzelnen FRA , Handlungen der FRA etc. wurden maschinell an den Gefechtstand der Luftverteidigungsdivision durchgereicht. Die LV Div. konnte keine Zielzuweisungen über AFS nach unten geben. Dh. , das AFS arbeitet lokal ( ! ) und war nicht mit Führungssystemen  de Division gekoppelt . Sehr wohl wurden auf dem Level der LV Division Luftlageinformationen empfangen und bearbeitet.

 

Die eigene Luftlage wurde mit eigenen RADAR Mitteln am Standort dargestellt und im Gefechtstand der Brigade ausgewertet.

 

                   Wer kann Bild GS mit AFS , Sichtgerät etc.

 zur Verfügung stellen

 

 

    Historie AFS

In der NVA  gab es das AFS vom Typ " SENESCH ".

AFS wurden in Russland frühzeitig entwickelt und seit Mitte der 70er Jahre zur Führung der Fla Raketentruppen und Jagdfliegerkräfte verwendet.

Im Krieg und bewaffneten Konflikten spielte  AFS keine Rolle . Zur Deckung  der russischen Kernwaffeneinsatzmittel wurden die Fla Raketentruppen der Luftverteidigung  nur  durch AFS geführt .

Gruppierungen mit bis zu 25 Fla Raketensystemen  waren nur durch automatische Führungssysteme führbar .

Heeres-Fla ( TLA , Truppenluftabwehr des Heeres )  und die Truppen der Luftverteidigung gingen unterschiedliche Wege und entwickelten eigene unterschiedliche Systeme. Diese waren nicht kompatibel. Das neue AFS "BAIKAL" kann Heeres - Fla Systeme an Systeme der LV Anbinden. Schwierigkeiten ergeben sich daraus, dass die Truppen der LV (  Russland ) den Luftstreitkräften unterstellt wurden. Damit ist gemeinsame Arbeit im LV Verbund mit dem Heer noch schwieriger geworden.

FRR mit vier S-75:    ASURK-1M
FRB mit maximal je vier S-75 und S-125:    ASURK-1M
FRB mit je fünf S-75 und S-125:   WEKTOR-2
FRB mit S-75, S-125 und S-200:  WEKTOR-2
FRB mit S-75, S-125, S-200 und S-300:  SENESH M1
 

           

                     Kabine UW

Typische Arbeit innerhalb der Raketenleitstation :  Die mündliche Zielzuweisung der Brigade wird am Luftlage- Planschett gegen geprüft . Der Planzeichner klopft üblicherweise gegen die Plastikscheibe ( Stift ) bzw. der Ableser ruft dem Schiessenden die präzisen Zieldaten zu . ( Winkel , Höhe , Entfernung ). Diese Luftlage ist zentral ( über Funk ) und zeitverzögert. Der Schiessende sucht nun am eigenen Sichtgerät ( Tochtersichtgerät ) das Ziel. Da die Fla Raketenabteilung bis zu 50 km und mehr vom Sichtgerät des Schiessenden der Brigade entfernt ist stimmen die Zielzuweisungen nur sehr grob. Die Zielzuweisungen werden natürlich aus der Sicht der Brigade gegeben.  Ggfs wird die Zuweisung wird mit dem Ziel aus der zentralen Luftlage mit der dortigen Zielnummer verknüpft .

Der Schiessende der Fla Raketenabteilung weist den Schisssenden der Brigade auf eigene Ziele innerhalb de örtlichen Luftlage hin . Abstrahlung der RLS wird vom Schiessenden der Fla Raketenabteilung befohlen.

Zielzuweisung der Brigade haben immer Vorrang vor eigenen Zielauffassungen. Der Schiessende meldet die Feuereröffnung an die Brigade.  Der Leitoffizier empfängt sein  Ziel vom Schiessenden der FRA. Er hört aber sehr wohl den taktischen Sprechverkehr der Abteilung und Brigade .( Lautsprecher innerhalb der Kabine UW )

Bei automatisierter Arbeit läuft die Zielzuweisung beim Leitoffizier auf. Der Schiessende der FRA empfängt akustisch ( Klingel und und Lampe an seinem AFS Pult ) die Zuweisung . Diese Zuweisung kann mündlich durch den Schiessenden der Brigade angekündigt werden. Bei einzelnen Zielen kann die Brigade das Ziel mündlich zuweisen ( Entfernung , Höhe , Seite ) und darauf hin über das  AFS zuweisen. Der Schiessende weis um welches Ziel es sich handelt und sucht es auf dem Tochtersichtgerät. Bei Nichtauffassen mit AFS kann er dem Leitoffizier die Zielangaben über die eigenen RADAR Mittel zuweisen.

Im ungünstigsten Fall wird der FRA über das AFS ein Ziel zugewiesen , ohne dass der Schiessende die Zieldaten erhält. Der Durchgriff erfolgt sofort auf den Schrank des Leitoffiziers. Der Leitoffizier schaltet auf " Zuweisung " . Jetzt wird die Antenne der Raketenleitstation ( Kabine PW ) auf Seite und Höhe gedreht.       ( max. 3-6 sec ) Nach Zuschalten der Hochspannung und Antenne ist das Ziel auf den Leitsichtgeräten zu sehen. Nach abschalten von " Zuweisung " wird das Ziel fein abgedeckt und an die   3 Funkorter ( Operator Seite , Höhe , Entfernung ) übergeben.

Auf dem Tochtersichtgerät der P18 konnte der Schiessende die Luftlage beurteilen bzw. am Planschet der Planzeichner  großräumig   überprüfen.

Nach Kommando an den Leitoffizier schaltete dieser auf Arbeitregime Zielzuweisung.

Die Koppelkabine der FRA hatte die  Koordinaten auf   den eigenen Standort umgerechnet. Die Antenne ( Kabine PW ) dreht nun im Seitenwinkel sowie im Höhenwinkel auf das Ziel.

Die Entfernungsmarke an den Leitsichtbildschirmen des Leitoffiziers stellte sich auf die richtige Entfernung. Dieser schaltete nun die Antenne ein.

Im Regelfall war das Zielzeichen sofort auf dem Bildschirm des Leitoffizier.
Nach genauem Abdecken mit seinen 3 Handrädern übergab er es nun an die Funkorter.

Der Datenaustausch ( Zieldaten , Sprache , Signalisierung und Daten der FRA : Raketenbestand , Meldungen über Zielvernichtung etc.  erfolgte über Drahtleitung oder Richtfunk.

5Ja 62 :    2 Spiegel        

5ja63 :      3 Spiegel.

Das System AFS der Feuerabteilung war nicht verlegefähig .
 

  AFS  

 Automatisches  Führungssystem

Kabine 5F24   Koppel - Rechenkabine  .

Anbindung über Draht ( Telefon ) oder Richtfunk 5Ja63

In jeder FRA befand sich die Koppel und  Rechenkabine. Diese rechnete Zielzuweisungen der Brigade an die Feuerabteilung um.

Eine solche Zielzuweisung war 3dimensional und auf die wahre Koordinate des  Luftzieles bezogen.

Die Datenerfassung erfolgte durch die Funktechnischen Truppen der LSK/LV.  (Luftstreitkräfte /Luftverteidigung).

An einem Sichtgerätearbeitsplatz wurde mit einem Griffel und Taster das Ziel "geklickt "und so in die Maschine übernommen.

 

 

 

1   Funktechnische Truppen erstellen
       Luftlage und speisen in AFS ein.

2   Weitergabe an Fla Raketenbrigade

3   Übermittlung an Rechner  in
        Fla Raketenbrigade

3-4   Rechner weist FRA Ziel zu.
Antenne PW wird in Seiten /Höhenwinkel
u. Entfernung ( Leitsichtgerät ) auf Ziel gerichtet.

3-5  Rechner weist anderer FRA 2. Ziel zu.

5-3-6  Mit der Antenne in 3 Koordinaten
begleitetes Ziel wird an FRA
6 weitergereicht.

 

 

                                             

                                                 Wie funktioniert das AFS

                                                  

                                                            allgemeines Schema

 

 

 Funktechnische Truppen  . System PORI .

Automatisierte Sammlung der Informationen über die Luftlage sowie ihre Übermittlung sowohl von unten nach oben als Meldung über die Luftlage als auch von oben nach unten als Information über die Luftlage .

System - "PUTINA" (Spinnennetz) :

Luftlagesammlung, Bearbeitung und Übermittlung, sowie Führungs- und Meldetätigkeit sowie Aufgabenstellung . Der MARKER wurde auf dem Sichtgerät mit einer Art "Maus " bewegt .

Mit Hilfe von Drehwiderständen wurden Koordinatenspannungen für X und Y abgenommen und daraus die Auslenkspannung gebildet. Bei Betätigung der Maustaste  wurden die beiden aktuellen X - und Y - Spannungen auf zwei Kondensatoren gespeichert Mit Hilfe einer Relaiskaskade wurden stufenweise Vergleichsspannungen gebildet und bei Erreichen der richtigen Spannung wurden die betätigten Relais als Koordinatencode ausgewertet. Damit erfolgte eine Analog-Digital- Transformation in jeweils eine 9 stellige Koordinate für X und Y.

Das Informationstelegramm hatte die folgende Form:

Stelle 1-9 X-Koordinate
Stelle 10-18 Y-Koordinate
Stelle 19-21 Informationstelegrammcharakteristik
0 0 0 Zahlenkommando
L 0 0 Gegner
L L 0 Gegner mit Höhe
0 0 L Eigener
0 L L Eigener mit Höhe
Stelle 22-28 Höhe
Stelle 29-32 Synchronisation des Informationstelegramms.

Diese Informationen ( Codewort , digital ) wurden mit einem Datensender abgesendet , am Empfangsstandort umgerechnet und dargestellt. Genauso wie die Primärinformation konnte auch die Sekundärinformation  ( eigenes RADAR ) mit dem MARKER abgedeckt und eingegeben werden. Die gesamte Informationsbearbeitung der Sekundärinformation erfolgte mittels einer elektron-mechanischen Technik mit Nockenwellen und Relais sowie Elektronenröhren.

Die Informationsübertragung erfolgte  über Standleitung oder KW-Funk.

 

Wie rechnet das AFS      taktische Besonderheiten 

Das AFS arbeitet  lokal . Der Brigade sind Funktechnische Bataillone ( FUTT ) mit Luftraumradar zur Luftlageerstellung : P12 . P18 : K66 , ST 68    PRW17  uva.

Diese Luftlage wird digitalisiert und mit " Griffel " vom Sichtgerät in das Rechensystem eingelesen . Dieses System erfasst alle Ziele ( Daten ) , digitalisiert und formt ein ein einheitlichen Format um. Dieses Format wird übermittelt ( Draht , Funk ) Das System sagt den voraussichtlichen  Kurs voraus. Daten werden an die Division als Luftalge Information gegeben.

Diese Luftlagedaten werden auch zur Brigade als Luftlage _Information gegeben .Diese Daten sind Grundlage für den Rechner im automatischen Führungssystem der Fla Raketen in der Brigade.

Jede Brigade ( früher Regiment ) hat ihre eigenen Funktechnischen Bataillone  . Die Brigade empfängt damit nur Daten im eigenen Verantwortungsbereich. Die AFS verschiedener Brigaden sind nicht ( ! ) miteinander vernetzt .Oberhalb der Brigade sind Divisionen oder Luftverteidigungsbezirke verkoppelt. Hier werden Luftlage_Daten verteilt und abgeglichen.  Wesentlich ist die vollständige Erfassung der Luftlage und Analyse . Die Vernichtung von Luftzielen erfolgt lokal in Bereich der Brigade. Die Division weist keine Ziele zur Vernichtung zu.

Das AFS der Brigade kennt die Standorte der Raketenleitstation ( der Antenne PW , UW  , K1  und RPN  - S 75 , S 125 , S 200 und S 300 ) auf 10 cm genau . Die Vernichtungszonen der Fla Raketenkomplexe sind im System enthalten und werden grafisch am Arbeitsplatz des Schiessenden der Brigade eingeblendet .

Der Rechner betrachtet die räumliche Lage aller Luftziele , deren Flugkurs , Geschwindigkeitsvektor , Höhe etc.  in Bezug zur Erreichbarkeit für einen Fla Raketenkomplex.

Zu verteidigende Objekte können nicht in das System eingegeben werden.

Das System kämpft damit nach der Regel : Schiessen nach den technischen Möglichkeiten in der Start und Vernichtungszone.   Der " Objektschutz " kann mit dem System AFS nicht praktiziert werden.  Das ist der wesentliche Unterschied zur Taktik der westlichen Fla Abwehr .  Zur Sicherung eines Objektes sind nach der russischen Taktik die Fla Raketenkomplexe vor den Schutzobjekten ( ! ) , in Überlappung und verdichtet aufzustellen . Nach der russ. Taktik ( die Taktik der deutschen Fla und aller Abnehmer von russ. Fla Raketentechnik übernahm auch deren Taktik ) vollzieht die LV Schiessen nach Raumschutz in der Vernichtungszone. Die Objekte und die Vernichtungszone sind technisch im Waffenleitrechner nicht miteinander verbunden. Im Gegensatz zur Heeres Fla ( TLA ) Hier werden Objekte oder Truppenansammlungen geschützt . Hier wird Objektschutz praktiziert ( der Begriff  Objektschutz ist allerdings in allen Vorschriften  unbekannt ).

Nur bei der Abwehr von Ballistischen Flugkörpern werden bei der Heeres-Luftabwehr und LV Abwehr die Lage der zu schützenden Objekte im Rechensystem des Fla Raketensystems betrachtet .

Bei der Bekämpfung solcher Objekte wird ohne AFS gearbeitet. Jedes Fla System führt in seinem Sektor ( wird vorgegeben ) Luftraumaufklärung nach oben durch ) einfliegende ballistische Flugkörper werden :

1. nach der technischen " Erreichbarkeit "   und

2. Nach der Bedrohung für das Schutzobjekt     betrachtet .

 

Bei normalen Luftzielen betrachtet der Rechner im AFS der Brigade die Vernichtungsrechweite aller Fla Raketenkomplexe. Ziele werden einzelnen FRA rechtzeitig zugewiesen. Der Algorithmus zur Berechnung der Bedrohungslage und Bewertung der Luftlage ist nicht bekannt .  Denkbar ist , das das AFS der Brigade verschiedene Programme zur Bedrohungsanalyse und Bekämpfungszuweisung  hatte . ( weich , hart, aggressiv )

 

 

                    

In der Brigade als höherer Gefechtsstand  werden die vorhanden Ressourcen manuell für die Rechenmaschine eingegeben : wie viele Systeme S 75 und S 200  sind vorhanden. Deren aktueller Raketenbestand wird manuell eingestellt . Ebenso die Anzahl vorhandener Luftverteidigungs-Jagdflugzeuge . ( SU 9 , SU15 , MIG 25 ). Hier handelt es sich um einen Luftverteidigungsbezirk im fernen Osten ( Russland ) zum Schutz strategischer Kernwaffenmittel durch die Truppen der PWO ( Luftverteidigung ) .  Der GS wurde ca. 2002  aufgegeben  .

WOLCHOW  : S 75  / SA 2   System    -    ANGARA : S 200 // SA 5  System   SRDN  : Fla Raketenabteilung . PU : Startrampen

 

                           

                                     Gefechtstand einer FRA S 75                                                  Struktur AFS in der 41. Fla Raketenbrigade

In der Fla Raketenabteilung wurde das AFS täglich um 7 Uhr morgens auf Einsatzbereitschaft überprüft. Die Raketenleitstation war einzuschalten . Nach der Funktionskontrolle wurde jede einzelne FRA wurde den Gefechtsstand abgearbeitet . 

Das Test- Ziel  ( Festziel ) wurde mit der automatischen Zielzuweisung erfasst in RLK ( RADAR ) und in ASAP übernommen.                   ( automatischen Tracking in  3  Koordinaten ) .

Typischerweise wurde das TOK ( optisches Visier ) zur Überprüfung genutzt. Die Testziele waren Festziele in der Umgebung der RLS ( Raketenleitstation )  im Anstand von ca. 25 Km.

Die technisch mögliche Zusammenarbeit mit den Jagdfliegerkräften mit dem AFS " SENESCH " erfolgte in der Praxis nicht .

In der 41. Fla Raketenbrigade waren Arbeitsplätze die Jägerleitoffiziere vorhanden. Praktisch erfolgte keine Führung der Jagdfliegerkräfte des JG 8. Das lag daran , dass das JG 8 sich nicht der 41. FRB unterstellte.

Im praktischen Dienst  waren keine Aktivitäten der Führung von Jagdfliegerkräften innerhalb der 41. FRB um Berlin              feststellbar.       ( 1986 bis 1991 ) .

Das AFS der 41. FRB wurde im Sommer 1986 durch russische Kräfte aufgebaut. Monatlich erfolgte ein Melde und Abarbeitungstraining mit dem AFS. Die Schiessenden , meist der Kdr.  und zugelassene Schiessende übten monatlich einmal .

Bei Überprüfungen im DHS flogen eigene Jagdfliegerkräfte ( MIG 21 )         in Formation 4 . Zuweisungen erfolgten mit dem AFS.    Der " Realflug " war ein Höhepunkt der Gefechtsausbildung . Leider gab es diese Realflüge zu selten.  Die Möglichkeiten des AFS konnten  mit 4 anfliegenden Luftzielelen nicht voll ausgenutzt werden . Typische Auffasszeiten mit der RLS auf MIGs lagen bei  3 -6  sec.

 

               

AFS  Arbeitsplatz in der 51. Fla Raketenbrigade. Mit freundlicher Genehmigung   http://www.frr-51.de/   Eine Internetseite über die 51. Fla Raketenbrigade im Raum Erfurt .

 

Bekannt ist heute, dass diese Überprüfungen durch den typischen Richtfunkverkehr zu typischen Uhrzeiten  und die Abstrahlung der RLS für die elektronische Aufklärung der Bundesrepublik interessant waren . Bekannt ist aber auch , dass viele Zuordnungen falsch interpretiert  wurden. Typisch ist auch , dass sich auf belanglose  technische Vorgänge konzentriert wurde. Das eigentlich wesentliche wurde nicht erkannt und bewertet. Die  Ursache lag im mangelnden Verständnis der Funktionsweise der Fla Systeme.

Die russischen Truppen in Deutschland ( GSSD ) nutzten zu 95 % Heeres-Fla Systeme mit völlig anderem taktischem Verständnis der Soldaten bei Heeres Fla . Unterschiedliche Führungssysteme der Heeres- Fla und LV führten zu zusätzlicher Verwirrung . Die Systeme waren nicht ( kompatibel ) .

So wurde allein durch das Vorhandensein von Richtfunk sofort und immer  auf AFS geschlossen. Technisch aufgeklärt wurden  nur die Fla Truppe der LV .                 ( stationärer und langjähriger gleich bleibender Betrieb mit typischen vorhersagbaren Handlungen , z.B. Funktionskontrolle jeden Morgen . ) Das Richtfunksystem 5J62/63 ist ein Standard-System der Fernmeldetruppen . ( Heer ) Das AFS der LSK / LV nutzte dieses System zur Übertragung von Daten und Sprache. Nach Abzug von russischen LV Einheiten und Neubezug der Stellungen durch Heeres Fla Systeme führte das zu neuen "Superwaffen der Fla  des Heeres ". So konnten Fla Systeme geringer Reichweite mit über Nacht entstandenen Schnittstellen an die zentrale Luftlage der Luftverteidigung mit dem AFS "ferngesteuert " werden und erfüllten Aufgaben von operativ strategischer Luftabwehr. Oh Gott ...    

So muss ich mir heute als als  studiertem Fla Raketenmenschen und langjährigem Job am S 125 NEVA ( Leitoffizier mit 3 Schiessen ) von "Experten"     aus der Fernmelde_elektronischen Aufklärung ( Heer  ! )   erklären lassen wie mein System funktionierte . Was der S 125 NEVA alles kann ...  wusste das gar nicht ... und das AFS erst...  Die kennen AFS , S 125 , S 75 und  S200 nur von Bildern .   Setzen , 6  ! Nichts verstanden . Wenn man keine Ahnung hat ... einfach mal die Fr...e halten .

Im Mai 2007 wurde ich von den kanadischen Streitkräften als Berater eingeladen. Der S 125 NEVA wird hier durch  Zivilisten   für taktisches  Training der fliegenden Luftwaffe dargestellt .  Eine schöne Zeit ... endlich Profis .

Aber das ist eine neue Geschichte ....

 

September 2010   .      Autor :  Peter Skarus .

 

 

 

 

Der Autor arbeitete von 1985 bis Dezember 1991 am System S125 NEVA als LO und hatte mit dem AFS täglich zu tun.

Bitte lies den Artikel gegen :

Was gehört noch in den Artikel.

Wie funktionierte "Wosduch " , was ist " Wosduch "  Wir benötigen Bilder von den Arbeitsplätzen "Wosduch" vom AFS der Brigade etc.   Was ist PORI wirklich . 

Wer schreibt Artikel über AFS und "Wosduch" und  FUTT .

Gesucht wird : Sprechtafel im DHS . Mit Fettstift wurden die 2 Buchstaben ( ? )   und 2 Ziffern aufgetragen  .

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

     

 

                                    

 

                                                                                                

                 

                                                     

                                                                            

                                                                 

* im Original

 

RADAR Grundlagen
Dipl. Ing (FH) Christian Wolf  

                     mit freundlicher Genehmigung