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                                                           The quick brown fox jumps over lazy dog

                          Roving Sands  97

                               

Roving Sands 97   war eine Übung  und  Serie von gemeinsamen Übungen der Luftverteidigung des US Heeres , der US  Air Force , der niederländischen und deutschen  LV Streitkräfte in den USA.

Diese Übungen fand im Südwesten der USA im Bundesstaaten New Mexiko  und Texas statt.

Das live firing  für PATRIOT fand auf der McGregor Range ( NM ) statt.

                                                                                      

                                                                                  1997                                           

                                                                 

 

                                                                                B Staffel

                                     Es nahmen auch teil :        HAWK , Stinger und Staffeln der Gruppe 22

                                                 Bundesmarine  mit 6FRR und einem   FGR Roland zusammengesetzt aus den FlaRAkStff MFG2 und MFG3

                                   

                                     FlaRAkStff MFG2

                                                 Gesucht :                     Staffelwappen Roland und HAWK

 

                      

  Der Übungsraum reichte von El Paso Ft. Bliss  bis   White Sands .

Die deutsche Luftwaffe war mit Patriot Systemen , HAWK , Singer und ROLAND beteiligt.  Im Verlaufe dieser Übungen kam es zum scharfen Schuss mit PATRIOT und Stinger. Die Fla Rak Gruppe 22 nahm 1997 an dieser größten    Luftverteidigungsübung der   westlichen Welt mit der 3. und 4. Staffel vom Lechfeld sowie dem ICC aus Penzing  teil.

Die 3. und 4. Staffel nahmen als als Bravo Staffel teil . Monate vorher wurde das Waffensystem nach Bremerhafen im Eisenbahntransport verlegt.

Da das RADAR nicht auf den Wagon passte, musste dieses im Landmarsch gefahren  werden. Alle anderen Fahrzeuge wurden in Buchloe auf die Eisenbahn gebracht. In Bremerhafen wurde das Waffensystem auf das Schiff verbracht. Ein Generator ( ACO Cell ) ging dabei über die Kaimauer ins Meer baden.   

                                                                              

        

         Ende April  1997 war es soweit.

Mit dem Bus fuhr die Staffel nach Köln. Nach endlosen 8 Stunden waren wir  endlich da.

Nun musste noch eine Nacht in der   Kaserne verbracht werden. Am nächsten Morgen waren alle etwas aufgekratzt, ging es doch nun an einen  langen Flug nach Amerika. Im Airbus der Luftwaffe flogen wir los. Nach 8 Stunden Flug waren wir in Washington. Einreiseformalitäten gab e s keine. Drückende Hitze auf dem   Flugfeld. Unsere Maschine steht auf dem militärischen Teil und abseits.

Danach flogen wir noch einmal 4 Stunden nach Roswell . Angekommen in den USA ... nach endlosen Stunden im  Flugzeug.

                                             

                                                                         

 

                                           

                   

Wir beziehen unsere Quartier auf einem Militärgelände. Eine riesige Flugzeughalle ist für 2 Tage unser zu Hause. "Lufthansa" steht an der Halle. Es waren also schon mal Deutsche vor uns welche hier. Das Essen ist für die meisten Soldaten ungewohnt .In der Halle ist immer was los, an Ruhe ist nicht zu denken. Wir sind in Roswell. UFO´s sehen wir keine.
 

                                                                             

                                                            von Dona Ana nach White Sands Misile Range   

                                                                        Foto : Skarus  Autor 2004 als Hiwi auf der " Platte"

                                                                                     


 

                        

 

Auf einem riesigen Grasplatz steht ein Fahrzeug neben dem anderen. Nach kurzer Fahrzeugeinteilung geht zur TAV  zur Betankung.

                              Auf ! Auf !      Es geht los.

Sonnenbrille aufgesetzt , die Dachluke auf. Der 2Tonner brummt. Die MP begleitet  unsere Kolonne bis zur Kasernenausfahrt und Hauptstrasse. Eine endlose Kolonne mit EPP, RADAR , ECS , Launcher , RIFU usw. fahren . 50 Meilen liegen nun vor uns.

Die Sonne brennt von links durch das Fenster. Ohne offene Dachluke wäre es nicht auszuhalten. Die Fahrt geht schurgerade nach Westen. Roswell liegt nun lange hinter uns. Flaches Land , braunes von der Sonne verbranntes Gras und ab und zu flache Hügel und sandige Flächen. Drückende trockene Hitze. Staub. Durst. Von der Sonne verbranntes Gras  und Wüste.

         

                                                   

                                                Aufnäher und offizielles Patch für RS 97  der deutschen Luftwaffe    

                                                               ©   Skarus

       

Nach  1 ½  Stunden ändert sich die Landschaft. Rechts türmen sich Hänge mit kahlem  Fels auf. Im Sand sind grüne Büsche eingesprenkelt. Irgendwie geht es langsam aufwärts. Jetzt beginnt sich der Sonnenbrand auf dem  linken Arm zu melden.

Es geht durch waldähnliche Landschaften.  Es ist sehr trocken.  Merkwürdig : die Bäume  sehen fast  wie Kiefern in Deutschland aus.

"Claud Croft " ist ein bekanntes Urlaub und Sportgebiet . Ruidoso ist bekannt für seine Handwerkskunst und Indianerschmuck. Bald hat uns die Wüste mit ihrer eintönigen Landschaft wieder.

Die länger gedienten Soldaten ( jene , die die Raketenschule in El Paso besuchten) kennen dieses Gebiet schon. Jetzt wird die Landschaft aufregend schön.

Bis auf die RIFU halten die Fahrzeuge die Bergtour und Hitze aus. Der Wandler wurde heiß, nach 30 Minuten Pause fahren wir gemeinsam weiter. Es geht wieder abwärts. Bald hat uns die Wüste mit ihrer eintönigen Landschaft wieder.
 

                                                                  

                                                                               Von Deutschland nach USA , Washington und  Roswell

 

Unsere  Fahrtroute                                          

     

Roswell , nach Westen  

Ruidoso

Cloud Croft   Alomogordo  

White Sands Missile Range    

Dona Ana

 

        

         

 

                                                                                  

                                                

 

Weiter geht die Fahrt durch die Hitze. Wir nähern uns Alamogordo . Links am Berg am Hang weit oben sieht man das Space Center Museum.

Erste Rast . Zum ersten male kommen jetzt jüngere Soldaten mit dem amerikanischen Leben in Berührung. Wie bestellt man am besten etwas zu essen ?....Eine Stunde später fahren wir weiter. Die Kolonne ist lang. Nach Stunden biegen wir rechts ab:
Wüste. Nur noch ausgefahrene Wege. Es staubt rötlich. Man sieht kaum noch etwas von der Landschaft. Staubfahnen. Wir erreichen White Sands Missile Range und stellen dort die Fahrzeuge ab. Danach geht es 20 Km nach Richtung El Paso. Donna Anna , ein kleiner Posten mit Wellblechbaracken.

 

                                              New Mexico . Sonnenstaat

Das Vorkommando hat alles vorbereitet. Nach dem Abstellen der Fahrzeuge beziehen wir unser Heim. Eine riesige Baracke, mit Klimaanlage ( schon betagt ). Ein jeder findet ein Bett und seine Metallkiste. Die wurde Wochen vorher schon gepackt und auf dem Seeweg verschickt.

Das Essen in dem Essenzelt ist gut. Unser Vorkommando mit Köchen ist Spitze. Schnell wird es dunkel und wir haben die erste Nacht zum Schlafen.... die Übung wird bald beginnen.   Wir sind 11 Tausend Kilometer weg von zu Hause.



       

                                           Die ersten beiden Nächte in Roswell

                                   

                    Quelle Bild   http://www.planet-interkom.de/musifant/reisen/usa/rs/rs.html

 

                                                                 Typische Szene aus Dona Ana

                                      

                                                                   Bild :  http://www.goerigk-jever.de/

 

                                      

                                                                        unser Lager , Dona Ana .                                                                       Bild Frank K.      3./22

              

                           

                                   

                                                                           Die Übung beginnt

 

                                            ©   Skarus

 

Wir fahren von Dona Ana aus Richtung White Sands Missile Range. Hier bei WSMR befindet sich das Zentrum des US Heeres zur Erforschung neuer Technologien für Luftabwehr und Raketen. Nach Aufstellung to RTM  ( ready to move ) fahren wir in 2 Kolonnen ab. Nach Aufbau des RADAR , ECS , EPP und Launcher in der Wüste wird RS1 gemeldet und die erste Phase der Übung beginnt.

Wir wechseln uns aller 8 Stunden ab. In de ACO Zelle haben wir Ruhe. Eintönig ist das Essen : MRE. Bald haben wir alle durch und es schmeckt einfach nur noch  eintönig. Nach 24 Stunden ist die Schicht vorbei und wir fahren mit dem "Iltis" nach Dona Anna zurück. Duschen und Ruhe.

                                                   Dona Ana , unsere Unterkunft. Quelle Bild : Google Maps


Abends könnte man ja nach El Paso ausgehen .

Es sind nur 3 Busse vorhanden. Die meisten Soldaten  kommen nicht raus aus dem Camp. Das erzeugt Frust. Die angemieteten Autos für die Obrigkeit sind für uns gemeines Volk tabu.

Am nächsten Morgen geht es nach dem Frühstück wieder zur Stellung. Nach 45 Minuten Fahrt wird Crew - Change und Wechsel im ECS vollzogen. Manchmal ist es interessant , die ACO wird gewechselt oder modifiziert. Jamming wird trainiert. 2 deutsche Tornado fliegen die Stellung an. Die Patriot Staffel wäre vernichtet worden. Der Trick mit dem abgesetzten 2Tonner mit Rundumleuchte war zu offensichtlich.

                                                  die 5./22 beim Aufbau des Radar .

                                                                              
           

Wir bauen das RADAR auf . Hitze. Alles packen an. Während wir oben die Komperatorabdeckung abbauen, wird seitwärts schon eingemessen .
Bei der Initialisierung im Feuerleitstand lässt sich die Database nicht speichern. Nachdem alles nichts hilft , die Wartung und die Taktiker nicht weiter wissen - kommen 2 Ingenieure von Raytheon. Sie lassen sich alles erklären und sagen , wie die Database abzuspeichern wäre. Eigentlich peinlich. Es handelt sich um einen Softwarebug. ( abgestellt 2 Jahre später) Nun kann endlich die Drohne starten. Ich sehe als Monitor die Drohne anfliegen und gebe das in das Telefon in den CP weiter. Major K.....er  nimmt es auf. Oberleutnant M... de ist der EinsO. Der Checker spricht mit seinem Handfunkgerät mit dem Schiesskommando auf der Range.                    
Der Funk geht durch die Kabine bei geschlossener Türe.

                               ENGAGE !    Kommt vom ICC.

Tom drückt den Engage Buttom. Nichts passiert.... Nach 2 Sekunden röhrt es. Die Missile geht aus dem Kanister. Der Rhombus schließt sich um das Ziel.       

                          Ziel vernichtet.

                    Foto : Autor Skarus

Nun geht es sehr schnell weiter. Vor Ort innerhalb 5 Minuten wird ein Crew Change durchgeführt. Die 4.Staffel ist dran. Wir sind nun draußen in der Sonne bei den anderen. Unter dem Tarnnetz bei der Wartung ist ein sehr guter Beobachtungsplatz. Es ist ein ehemaliger NIKE Startplatz. Betonreste liegen überall herum. Alles sind wieder sehr gespannt.

Die Zielbekämpfung selbst war einfach. Drohe geradeaus. Ein Schuss.Ein Schlag , ein knall und Röhren. Eine riesige Staubwolke erhebt sich. Daraus fliegt die Missile pfeilschnell nach oben und ist nicht mehr zu sehen. Mit Mühe gelingt das Bild. Es ging alles so schnell. Irgendwann kommt Unruhe auf, der Lauchner scheint zu brennen. Das Gestrüpp brennt und greift auf die Reifen über. OFw B.  ist als LCA vor Ort und schlägt mit dem Spaten das Feuer nieder. Es wird rasend schnell abgebaut und nach 30 Minuten fahren wir aus der Schiesstellung.
Wir erfahren , dass die Nachbareinheit der US Streitkräfte noch mit den Tücken der Technik kämpft und das Feuer nicht eröffnet hat... Nachmittags ist Antreten. Die 4 aus dem ECS ( TCO und TCA ) werden gefeiert. Am Abend wird Bier getrunken und in langen Gesprächen der Tag ausgewertet.

Schon heißt es wieder seinen Sachen zu packen . Die Kolonne fährt gen Roswell zurück. Vertraute Landschaft. Hier war ich schon vor Jahren während meiner Ausbildung zum Bediener Patriot gewesen. Die 2 Nächte in der Halle gehen schnell vorbei. Wir fliegen nach Washington zurück.
 

                                                                        Bild : Autor

                                                         RS                                 Stellplatz ACO

Der Launcher steht 220 m weg vom Radar. Die startende Rakete lässt das Gebüsch und Sträucher brennen, der Brand greift auf den LS über. Der Abschuss ist am Löschen mit Feuerlöscher und Spaten. In der PX gab es diese Mütze zum Kauf. Genau diese Szene spielte sich bei uns bei uns in der B Staffel ab und ist bis heute unbekannt geblieben und wird auch im offiziellen Buch über RS 97 nicht erwähnt.

 

 

 

 

                                  Erstschiessen der 3. und 4./22

                                                  

   

                        © 2004 Peter Skarus   // 04/2005   //08/2005  12//2005  09/2007        Teilnehmer   RS 97      FL  ECS MON

 

In April 1997 a MI-24 Hind attack helicopter simulated ground attacks as it flies in the mist of a simulated aerial chemical attack on an air defense site at Dona Ana Range, Fort Bliss. The attacks on the camp were part of Exercise Roving Sands '97. More than 20,000 service members from all branches of the armed forces of the U.S., Canada, Germany, and the Netherlands participated in Roving Sands '97. The exercise was designed to refine their skills in operations using an integrated air defense network of ground, missile and radar early warning systems combined with tactical fighter and bomber aircraft operating in a simulated high-threat environment. The Russian made helicopter is operated by Optec Threat Support Activity, Biggs Army Airfield, Texas.

At one time Dona Ana County, which contains Las Cruces as the county seat and Old Mesilla, extended from the Colorado River to include most of the Arizona Territory and eastward to include most of what is today Otero County. Today, Dona Ana County's only river is the Rio Grande which is quite tame due to water control by the Caballo and Elephant Butte Reservoirs. Dams across the Rio Grande hold the water in reserve for irrigation of farms along the Mesilla Valley and past El Paso and for use by Mexico. Very little water from this area ever reaches the Gulf of Mexico.

 

Während der Übung stand eines Morgens ein MI 24 Hubschrauber vor dem RADAR in Schwebe. Nachdem alle  ihr Foto gemacht hatten flog er zur benachbarten Einheit.

             

    

                                           

                                                                                                               Episoden

 

Durchsage vom CP : die DIXI sind ab sofort nicht zu benutzen , eine Schlange wurde gesichtet. 10 Minuten später kommt StUffz Thorsten Schim... ki  vom DIXI ... er hatte diese Durchsage nicht gehört ,allerdings auch keine Schlange gesehen. Wir haben noch lange gelacht.
 

MRE  meal ready to eat.

Draußen in der Stellung gibt es genug davon. Wasserflaschen ebenfalls. Wasser aufgießen bis zur Markierung am Plastikbeutel. Nun setzt eine heftige chemische Reaktion mit dem Wasser Hitze frei. Das Essen ( Beutel in Plastik ) wird erwärmt und wird sehr heiß. Mit der Zeit wird es aber öde jeden Tag das Gleiche zu essen. Das Kompott ist trocken und lässt sich wie Holz brechen. Mit etwas Wasser lässt sich ein Wunder vollbringen ;es quillt und wird richtiges Früchtekompott. Ich wette jeden Tag mit Tom K... l... ich gewinne jeden Tag. Immer habe ich die M & M in meinem Paket.

 

Mi 24

Eines Morgens steht ein MI 24 Kampfhubschrauber ( ehemalig NVA ) genau vor der Antenne und schwebt da. Alle fotografieren. Danach fliegt er weiter zur nächsten Stellung. Der Pilot fand es wohl interessant. Der Hubi fliegt zur benachbarten amerikanischen PATRIOT Staffel . Dort begann für die Jungs damit das ABC Play ....
 


 

F117 Flugzeuge fliegen und sind mit dem Auge zu sehen. Ob sie auf dem Bildschirm zu sehen waren sage ich  nicht. 

2 Soldaten eines deutschen HAWK Verbandes wurden beim Überschlagen eines Fahrzeuges "Wolf " tödlich verletzt.
 

                            Spaß in Down Town

Ein deutscher Hauptfeldwebel wollte in Downtown El Paso seinen Spaß haben. Nach Besuch eines "Ettablüschemangs"   wurde er nur mit Unterwäsche bekleidet aufgefunden...


Ein Erk Team  verfuhr sich in der Wüste. Groß angelegte Suche begann. Amerikanische Apachi Hubschrauber suchten und fanden unsere Leute nach 2 Stunden in der Dämmerung ....Alles ging gut aus.

Während deutsche Fla Rak Soldaten in der Hitze schwerste körperliche Arbeit leisten, bauen sich SAN Soldaten im Sand einen Golf Mini- Parcours  ...

Rückflug. Auf dem Rückflug gingen 3 Soldaten ( HAWK ) verlustig. Wir durften in Washington aussteigen. Der Flughafen ist sehr großräumig. Eine Stunde Zeit war gegeben. Beim Einchecken fehlen 3 Soldaten... So habe ich einen Fensterplatz .

Das Flugzeug landet in Köln. Wir haben Glück. Noch einmal 45 Minuten mit der Trall und wir sind in Penzing angekommen. Der Bus steht schon da. In einer halben Stunde sind wir auf dem Lechfeld in der Kaserne.

 

               

 

Artikel aus der Presse :

BEDROHUNG 2000:

Krieg der Raketen Mit sechsfacher Schallgeschwindigkeit steigt die Rakete, eine weiße Rauchfahne hinter sich herziehend, in den blauen Himmel über der Wüste von Neu Mexiko. Dann ist sie nicht mehr zu sehen. Eine weiße Explosionswolke zeigt wenig später an: Das Zielobjekt, eine fünf Meter lange ferngesteuerte „Drohne“, wurde getroffen.

Und zwar unplanmäßig so genau, daß von der 250 000 Mark teuren Zielscheibe nur noch Trümmer in den Wüstensand regnen. Noch dreimal feuert die „Patriot“-Staffel aus Barnstorf westlich von Nienburg/Weser ihre Raketen ab. Zweimal holt sie erneut die „Drohne“ vom Himmel, und auch der vierte Schuß war ein Treffer: Programmgemäß explodiert der Sprengkopf mit Zündverzögerung in angemessenem Abstand, ohne der „Arbeitsbiene“ den Garaus zu machen.

Eine Million Mark kostet der Abschuß einer „Patriot“-Rakete, das Feuerwerk allein dieser Staffel also 4,75 Millionen Mark. Nur gut, daß dafür nicht der deutsche Steuerzahler aufkommen muß. Die Raketenabschüsse bezahlt die Herstellerfirma. Jedes Jahr werden nach einem Losverfahren aus den über 2000 „Patriot“-Raketen der Luftwaffe vier ausgesucht und abgeschossen, um ihre Einsatzfähigkeit zu überprüfen. Nur um die Kosten für die abgeschossenen „Drohnen“ wird es Streit geben: Möglicherweise muß die Luftwaffe für ihre Treffgenauigkeit zahlen.

Doch das Geld ist gut angelegt: Das Flugabwehr-Raketengeschwader 3 aus Oldenburg hat seine erste Einsatzprüfung als Krisenreaktionskraft der Bundeswehr auf allen Gebieten „glänzend bestanden“, so ein hoher Offizier von der Führungsakademie in Hamburg. Mit 1332 Soldaten und 700 Fahrzeugen war das Geschwader innerhalb weniger Wochen über eine Entfernung von 10 000 Kilometern in die Wüste nördlich von El Paso an der amerikanisch-mexikanischen Grenze verlegt worden. Das Material kam mit dem Schiff an die texanische Küste, die Soldaten trafen mit Flugzeugen ein. Gesamtkosten des Einsatzes: zehn bis 15 Millionen Mark.

Erstmals nahmen Deutsche mit einem geschlossenen Kampftruppenverband am weltweit größten Flugabwehrmanöver „Roving Sands“ („Wandernder Sand“) der Amerikaner teil, die für diese Übung 24 000 Mann aus ihrem Heer und dem Marine-Corps mobilisiert hatten. Dazu stießen 500 Holländer mit einer Einheit, die ebenfalls über „Patriot“-Raketen verfügte.

Das Wüstengelände, das die US-Army in den fünfziger Jahren zum Übungsplatz ausgebaut hat, ist etwa so groß wie Schleswig-Holstein. Allein die Ausdehnung des Schießplatzes McGregor Range beträgt 30 mal 60 Kilometer. Ideale Voraussetzungen also, wie sie sonst auf keinem Truppenübungsplatz der Welt anzutreffen sind.

Hauptaufgabe des deutschen Geschwaders war es, unter realistischen Bedingungen ein „Krisengebiet“ gegen Angriffe feindlicher Flugzeuge zu schützen. „Realistische Bedingungen“ – die Besatzungen der Staffeln, neben dem System „Patriot“ auch „Hawk“- und „Roland“-Lenkflugkörper, waren den Angriffen von bis zu 160 Kampfflugzeugen ausgesetzt, darunter modernste Bomber und Tiefflieger. Sie schlugen sich trotz widriger Umstände in ihren Stellungen und trotz vieler Sandstürme beachtlich. Meist konnten sie mehr als 40 Prozent der Angreifer „abschießen“.

„Ich weiß nicht, ob wir strahlende Sieger waren, aber wir brauchten uns neben den Amerikanern nicht zu verstecken“, kommentierte ein Oberst den Erfolg der Übung. Und Geschwaderkommodore Oberst Ulrich Depkat ergänzte: „Jedenfalls haben wir uns über die Anerkennung der Amerikaner sehr gefreut.“

Die setzten in dem Manöver wie in ihrer gesamten Luftverteidigung allerdings einen anderen Schwerpunkt: Ihre „Patriot“-Raketen simulierten den Abschuß taktischer ballistischer Raketen mit Reichweiten von einigen hundert bis einigen tausend Kilometern. Seit dem Golfkrieg, als erstmals das „Patriot“-System gegen irakische „Scud“-Raketen eingesetzt wurde, aber nur in Maßen erfolgreich war, haben die US-Streitkräfte die Treffgenauigkeit durch neuartige Datenrechner entscheidend verbessert. Sie sind von ihrem Ziel, jede Kurz- und Mittelstreckenrakete abschießen zu können, offenbar nur noch einige Jahre entfernt.

Dem Erreichen dieses Ziels soll auch ein neues Überwachungs- und Früherkennungssystem dienen, das der Flugzeugbauer Boeing am Rande von „Roving Sands“ auf dem Army Airfield von Fort Bliss vorstellte. Das „Airborne Surveillance Testbed“ AST (Luftgestütztes Überwachungs-Testsystem) soll auf Infrarotbasis den Start von Raketen in bis zu 1700 Kilometer Entfernung erfassen, deren Flugbahn exakt berechnen und innerhalb von Sekundenbruchteilen „Patriot“-Abwehrraketen aktivieren können.

Die Deutschen haben sich dem US-Programm zur Weiterentwicklung von „Patriot“ angeschlossen. Das System wird mit neuen Raketen ausgerüstet, die wesentlich kleiner und leichter sind als die jetzigen. Statt mit vier „Patriot“-Raketen können die Abschußvorrichtungen auf Lkws dann mit 16 neuen „Erint“-Raketen (ERINT = Extended Range Interceptor = Rakete mit erweitertem Abfangbereich) bestückt werden.

Darüber hinaus sind die Gefechtsköpfe elektronisch so ausgelegt, daß sie mit Sicherheit den Sprengkopf der Angreiferrakete treffen und zur Explosion bringen. Im Golfkrieg haben die „Patriot“-Lenkflugkörper meist das Triebwerk oder die Kartusche der „Scud“ getroffen. Das hatte die Rakete zwar aus der Bahn gebracht, den Sprengkopf aber nicht unschädlich gemacht.

Während die 36 „Patriot“-Staffeln der Luftwaffe zum modernsten Flugabwehrsystem der Welt ausgebaut werden, das auch und insbesondere ballistische Raketen abschießen kann, sieht es für die Nachfolge der vor 40 Jahren entwickelten „Hawk“ eher düster aus. Sie kann Flugziele bis in etwa 15 000 Metern bekämpfen, gilt aber als veraltet. Franzosen, Italiener, Amerikaner und Deutsche basteln an einem Nachfolgesystem, das die „Patriot“ ergänzen und sowohl gegen Flugzeuge als auch gegen Raketen eingesetzt werden kann.

Doch die Kosten sind immens. Das Institut für Strategische Analysen in Bonn beziffert sie auf bis zu sieben Milliarden, einschließlich der Weiterentwicklung von „Patriot“ auf acht Milliarden Mark in den nächsten fünf bis zehn Jahren und meint dazu: „Das vorgeschlagene Konzept kann nur verwirklicht werden, wenn Europa und die NATO von der potentiellen Bedrohung durch ballistische Flugkörper überzeugt sind . . .“

Bei „Roving Sands“ war deutsches politisches Interesse an der Notwendigkeit verstärkter Flugabwehr nicht auszumachen: Nicht ein einziger Bonner Politiker ließ sich beim Oldenburger Geschwader in El Paso sehen.

Auf der Hardthöhe spekuliert man mittlerweile, daß die Luftwaffe „Hawk“ auch noch in den nächsten Jahrzehnten wird einsetzen müssen. Absolute Priorität räumt die Luftwaffe dem Eurofighter und dem neuen Großraum-Transportflugzeug ein. Diese beiden Großprojekte verschlingen derart viel Geld, daß der gleichzeitigen Finanzierung einer neuen Flugabwehrgeneration so gut wie keine Chancen eingeräumt werden.

Resignierend meinte in El Paso der deutsche nationale Befehlshaber von „Rovings Sands“, Generalmajor Joerg Koepke: „Die ,Hawk- ist nun mal ein altes System, da kann so etwas schon passieren.“ Mit „so etwas“ kommentierte der General den Fehlschuß einer „Hawk“-Rakete, die statt am Himmel nach einigen hundert Metern im Wüstensand explodiert war.

Quelle: Focus

 

                           

                           Links zu Roving Sands   

                       http://www.planet-interkom.de/musifant/reisen/usa/rs/rs.html  

                       Bericht von einem Schiessen aus Russland         Der Autor  war 1987  in Russland dabei .

                       Firing run auf Kreta . Bericht aus Kreta ;                  Der Autor  war 1998 , 2002  in Kreta dabei .

 

  © 2007 / 2009  2015  Skarus